Kommanditistentrauertag in München oder die Versammlung der V+Plus Fonds

Trauertag | © pixabay.de

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Ja, natürlich muss man die gestrigen Gesellschafterversammlungen der V+ Plus Fonds als traurigen Tag für alle investierten Kommanditisten ansehen, denn es könnte der Beginn des vermutlich letzten Aktes in einem über 10-jährigen Trauerspiel der V+ Plus-Beteiligungen gewesen sein.

Beschlossen hatte man zunächst einmal die Liquidation der Fonds. Ob diese nun rechtskräftig wird, muss man abwarten, denn innerhalb der Gesellschafterversammlungen war die Wirksamkeit des Beschlusses nicht endgültig feststellbar.

Das Ergebnis soll innerhalb der nächsten Tage offiziell werden, laut Hans Jürgen Brunner, dem Geschäftsführer der Fonds V+Plus I  II  III.

Wir gehen aber von der Wirksamkeit der Beschlüsse aus, so Wolfgang Müller. Müller repräsentiert die Interessengemeinschaft V+, bei der sich viele Investoren zusammenfinden.

Werthaltigkeit der Investitionen

Natürlich wurde auch in diesem Jahr intensiv über das gesamte Konstrukt nochmals diskutiert, auch über die Werthaltigkeit der Assets, die nach Meinung unserer Redaktion defacto nur den Wert haben, den ein Dritter bereit ist, dafür zu bezahlen. Genau deshalb sind alle Wertannahmen zu den Assets rein hypothetisch und müssen sich in der Liquidation noch beweisen.

Natürlich benötigt man hierfür einen Liquidator, der die Strukturen der Fonds usw. bereits möglichst gut kennt, denn es gilt bei der Liquidation darauf zu achten, dass es auch für noch zahlungspfichtige Anleger des Fonds, bei möglichen Forderungen des zukünftigen Liquidators, eine sozialverträgliche Lösung für die Betroffenen gibt.

Keiner der Anleger darf in die Privatinsolvenz getrieben werden. Die gleiche Position zu diesem Thema nimmt auch Hans-Jürgen Brunner als Geschäftsführer der Fonds ein.

Innerhalb der Diskussion wurde von einer Kommanditistin auch die Frage in den Raum gestellt, „ob man den Liquidator des V+ Plus 4 Fonds nicht auch für die Fonds 1-3 bestimmen könne?“

Wer das Konstrukt nicht genau kennt, kann solch einen Vorschlag unterbreiten, denn optisch gesehen scheinen die Fonds alle aus einem Emissionshaus zu sein.

Wer sich dann das Thema V+Plus Fonds genauer anschaut, sieht aber sehr schnell, dass der Fonds V+Plus 4 rechtlich nichts mit den Fonds V+Plus 1-3 zu tun hat.

Gemeinsam haben die Fonds dann trotzdem etwas: Nahezu alle investierten Kommanditisten des V+Plus Fonds 4 sind auch in einem der anderen Fonds beteiligt.

Der hier bestellte Liquidator Dr. Ralf Ellerbrock von Rödl und Partner hat in den letzten 12 Monaten einen durchaus guten Job gemacht und es geschafft, den Ausgleich zwischen den berechtigten Ansprüchen des Liquidators und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des betroffenen Kommanditisten herzustellen.

Genau das wäre natürlich auch der Wunsch der Kommanditisten für die nun zu liquidierenden Fonds V+Plus 1-3, so Wolfgang Müller von der IG V+Plus. Auch die IG würde die Bestellung von Dr. Ralf Ellerbrock begrüssen.

Mit Dr. Ellerbrock haben wir unsere intensiven Diskussionen bereits hinter uns. Er hat verstanden, dass die berechtigte Forderung das Eine ist, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des einzelnen Kommandisten aber das Andere ist. Er hat es geschafft, hier eine gute Balance zu finden.

Auch der Vorstand der XOLARIS Service KVG, Stefan Klaile, kann sich Dr. Ralf Ellerbrock sehr gut als Liquidator der Fonds vorstellen und hält ihn für einen ausgewiesenen integren Fachmann; dies ohne jeden Zweifel.

Bestimmt wird der Liquidator allerdings von der Verwahrstelle, in dem Fall die Caceis Bank, in Abstimmung mit der Bafin. Das sieht das Kapitalanlage-Gesetzbuch so vor, so Stefan Klaile in seinen Ausführungen.